September 2026
Die diabetische Retinopathie ist eine der häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen mit der Zeit die feinen Blutgefäße der Netzhaut. Weil das lange ohne Beschwerden geschieht, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen für Menschen mit Diabetes besonders wichtig.
Was ist die diabetische Retinopathie?
Geschädigte Netzhautgefäße werden undicht oder verschließen sich. In fortgeschrittenen Stadien können sich krankhafte neue Gefäße bilden, die bluten oder zu einer Netzhautablösung führen können. Auch die Makula kann anschwellen (diabetisches Makulaödem) und das zentrale Sehen beeinträchtigen.
Symptome – oft erst spät
- Lange keinerlei Beschwerden
- Später: verschwommenes Sehen, „Rußregen" oder Schatten
- Nachlassende Lesefähigkeit bei Makulabeteiligung
Sofort abklären: Plötzliche schwarze Flecken, ein „Rußregen" oder ein Schatten im Sichtfeld können auf eine Blutung oder Netzhautablösung hindeuten – nicht abwarten, sondern umgehend augenärztlich vorstellen.
Diagnostik in unserer Praxis
- Netzhautuntersuchung des Augenhintergrunds (meist mit weitgestellter Pupille)
- Beurteilung von Gefäßveränderungen und der Makula
- Bei Bedarf bildgebende Verfahren zur genauen Verlaufsdokumentation
Behandlung & Zusammenarbeit
Die wichtigste Grundlage ist eine gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten – in Abstimmung mit Ihrer hausärztlichen oder diabetologischen Praxis. Bei fortgeschrittenen Befunden können Laserbehandlungen oder Medikamenteneingaben ins Auge (IVOM) nötig sein, die wir über spezialisierte Zentren veranlassen und begleiten.
Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?
Bei bekanntem Diabetes ist die regelmäßige augenärztliche Netzhautkontrolle eine Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Wir stimmen den Kontrollrhythmus individuell mit Ihnen ab und dokumentieren den Befund auch für Ihre diabetologische Betreuung.
Häufige Fragen zur diabetischen Retinopathie
Wie oft sollte ich als Diabetiker zum Augenarzt?
Das hängt vom Befund und der Diabetes-Einstellung ab. Ohne Auffälligkeiten ist meist eine jährliche Kontrolle sinnvoll; bei Veränderungen häufiger. Den passenden Rhythmus legen wir gemeinsam fest.
Warum werden die Pupillen weitgestellt?
Nur mit weiter Pupille lässt sich die gesamte Netzhaut zuverlässig beurteilen. Danach ist das Sehen einige Stunden eingeschränkt – bitte fahren Sie dann nicht selbst.
Kann man die diabetische Retinopathie aufhalten?
Eine gute Stoffwechseleinstellung und rechtzeitige Behandlung können das Fortschreiten deutlich verlangsamen. Entscheidend ist, Veränderungen früh zu erkennen.
Übernimmt die Kasse die Kontrolle?
Ja, bei bekanntem Diabetes ist die Netzhautkontrolle eine Kassenleistung.