September 2026
Der Grüne Star (Glaukom) ist eine der häufigsten Ursachen für dauerhafte Sehbeeinträchtigungen. Dabei wird der Sehnerv nach und nach geschädigt – häufig, aber nicht immer, im Zusammenhang mit einem erhöhten Augeninnendruck. Das Tückische: Betroffene bemerken die schleichenden Ausfälle im Gesichtsfeld lange nicht. Genau deshalb ist die augenärztliche Früherkennung so wichtig.
Was ist der Grüne Star?
Beim Glaukom kommt es zu einem Missverhältnis zwischen dem Druck im Augeninneren und der Durchblutung des Sehnervs. Übersteigt der Augeninnendruck das individuell verträgliche Maß, können empfindliche Nervenfasern absterben. Der Schaden ist nicht umkehrbar – bereits verlorene Sehbereiche lassen sich nicht wiederherstellen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich das Fortschreiten in vielen Fällen jedoch verlangsamen oder aufhalten.
Symptome: Warum Vorsorge entscheidend ist
Die häufigste Form (Offenwinkelglaukom) verursacht über Jahre keine Beschwerden. Erst spät fallen Ausfälle am Rand des Gesichtsfelds auf. Anders der akute Glaukomanfall – ein Notfall:
- Schleichend: unbemerkte Gesichtsfeldausfälle, später „Röhrenblick"
- Akut (selten): plötzliche starke Augen-/Kopfschmerzen, rotes Auge, Sehverschlechterung, Übelkeit
Akuter Glaukomanfall? Bei plötzlichen starken Augenschmerzen mit Sehverschlechterung und Übelkeit sofort augenärztliche Hilfe suchen – außerhalb der Sprechzeiten über den Bereitschaftsdienst 116117, im Notfall 112.
Diagnostik in unserer Praxis
Zur Glaukom-Früherkennung kombinieren wir mehrere Untersuchungen – schonend und ohne Wartezeit:
- Augeninnendruckmessung (Tonometrie)
- Beurteilung des Sehnervenkopfs (Papille) an der Spaltlampe
- Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) zur Erfassung von Ausfällen
- Bei Bedarf weiterführende Schichtaufnahmen des Sehnervs zur Verlaufskontrolle
Behandlung: den Druck senken, den Sehnerv schützen
Ziel jeder Glaukom-Therapie ist es, den Augeninnendruck dauerhaft auf ein für Ihren Sehnerv unbedenkliches Niveau zu senken. Je nach Befund kommen unterschiedliche Wege infrage; das Vorgehen wird individuell festgelegt und regelmäßig kontrolliert.
Untersuchung & Befund
Druckmessung, Sehnerv- und Gesichtsfeldbeurteilung.
Therapieplan
Meist augendrucksenkende Augentropfen; alternativ Laser- oder operative Verfahren nach Überweisung.
Verlaufskontrolle
Regelmäßige Kontrollen, um die Wirkung zu überprüfen und die Therapie anzupassen.
Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?
Besteht ein Krankheitsverdacht oder eine bekannte Glaukom-Erkrankung, sind die notwendigen Untersuchungen und die Behandlung Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Die reine Glaukom-Früherkennung ohne konkreten Verdacht ist dagegen eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), über deren Kosten wir Sie vorab transparent informieren. Mehr dazu auf unserer Seite Augenvorsorge & Früherkennung.
Häufige Fragen zum Grünen Star
Tut die Augeninnendruckmessung weh?
Nein. Die Messung ist schnell und in der Regel schmerzfrei; je nach Methode wird das Auge zuvor mit einem Tropfen betäubt.
Ab wann ist eine Glaukom-Vorsorge sinnvoll?
Fachgesellschaften empfehlen regelmäßige Kontrollen etwa ab dem 40. Lebensjahr, bei Risikofaktoren (familiäre Vorbelastung, hohe Kurzsichtigkeit, Diabetes) früher. Den passenden Rhythmus besprechen wir individuell.
Kann man einen Grünen Star heilen?
Bereits eingetretene Schäden am Sehnerv sind nicht umkehrbar. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten aufzuhalten – deshalb ist frühzeitiges Erkennen so wichtig.
Übernimmt die Kasse die Früherkennung?
Bei Krankheitsverdacht ja. Die reine Vorsorge ohne Verdacht ist eine Selbstzahlerleistung (IGeL); wir informieren Sie vorab über die Kosten.